Gestern Nachmittag, als mein Mann von der Arbeit kam, haben wir endlich die Pflanzen aus dem Garten gerettet. Es wurde höchste zeit! Für die Tzimbalos wares leider schon zu spät, die sehen schon sehr mitgenommen aus und ich habe mich dagegen entschieden sie aus zu graben.
Eine Chance auf Überwinterung haben bekommen:
1 S. integrifolium
1 S. sisymbrifolium
2 S. muricatum
1 S. uporo
Der Rest muss leider erfrieren, weil ich nicht genug Platz für alle habe :(
Da das Gartenjahr nun beinahe zu Ende ist (dem schrecklichen Wetter sei Dank…), wage ich einen Rückblick.
Allgemein gesprochen lief dieses Jahr wieder alles nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich weiß nach wie vor nicht, ob es an den schlechten Bedingungen (schlechter Boden, kaum vorbereitet) oder an mir lag. natürlich hat auch das Wetter nicht immer mitgespielt, denn ausgerechnet jetzt, wo es kalt wird, hängen einige Nachtschatten voll mit Früchten.
Aber der Reihe nach.
Ich fange beim schlechtesten an:
Bei den Tomaten hatte ich wieder Pech. Wie schon im letzten Jahr gingen mir die Pflanzen ein, aber immerhin konnte ich ein paat Früchte ernten. Besonders angetan haben es mir die Japanischen Eier und Japanese Black Trifele. Enttäuscht war ich von Pink Peach, die waren weder pink noch peach ;) aber schmackhaft. Verbesserungsvorschlage für nächstes Jahr wäre, die Pflanzen auf Mist einzupflanzen. Den Tipp habe ich von einer Nachbarin bekommen, die jedes Jahr sehr viele Tomaten hat. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob ich es nächstes Jahr nochmal mit dem Gewächshaus probieren werde. Das hat mich nicht überzeugt. Vielleicht finde ich noch eine bessere Lösung, nur ein Dach wäre wohl besser.
Ebenfalls im Gewächshaus war eine Aubergine (Thai Long Green). Sie hat Blüten angesetzt (sehr schöne im Übrigen!), aber Früchte gab es keine. Ich denke, das lag auch daran, dass ein Käfer einige abgefressen hat.
Die Chilis haben sich recht gut entwickelt, aber ich denke um eine wirklich tolle Ernte zu erreichen war der Sommer zu kurz. Sehr begeistert bin ich nach wie vor von Lemon Drop! Tragen reichlich und schmecken phantastisch! Ansonsten mag ich Bulgarian Carrot sehr gerne, nicht zuletzt wegen ihrem tollen Aussehen. Optisch interessant, aber geschmacklich eher langweilig fand ich Fish Pepper. Wirklich interessante Pflanze durch die Färbung, aber ich weiß noch nicht, ob ich sie nochmal anpflanzen werde. Sehr schön sind auch Rocotos, da hat es aber nur für eine einzige Frucht gereicht, die blühen jetzt (!) sehr schön.
Im selben Beet sind noch Sonnenblumen, die alle sehr schön geblüht haben. Darüber bin ich positiv überrascht, denn ich habe sie leider aus zeitgründen erst sehr spät nach draußen gesetzt. Leider sind einige bei einem Sturm umgeknickt, aber die durften dann in eine Vase ;) Ich hoffe nur, dass ich noch ein paar Samen werde ernten können.
Weiter ins Kräuterbeet:
Das war wirklich eine wahre Pracht, als alles schön blühte! Die Ringelblumen, die Kamille, die Jungfern im Grünen und natürlich Topinambur. Es sah so schön aus, dass ich es nicht geschafft habe die Ringelblumen für eine Tinktur anzuschneiden. Sehr schon entwickelt hat sich auch der Salbei, der ist riesig geworden. Ich habe schon einiges abgeschnitten und getrocknet für leckeren Salbeitee. Ja, ich mag das wirklich! ;) Ich hoffe nur, dass ich Salbei, Rosmarin, Thymian etc. gut über den Winter bekomme. Nicht so viel Glück hatte ich mit Kerbel. Selbst nach 2x nachsäen konnte ich nichts ernten. Allerdings hat mir meine Mutter das selbe berichtet. Sehr schade, ich mag doch Kerbelcremesuppe so sehr :(
Neben dem Kräuterbeet hatte ich zuckererbsen. Die haben extrem früh geblüht und trugen massenweise Schoten. Ein guter Teil davon wurde eingefroren, der Rest frisch gegessen. Sehr lecker und gesund! Nächstes Jahr werden die sicherlich wieder angebaut, allerdings muss ich mir etwas anderes als Stütze ausdenken, denn die riesigen Pflanzen haben meine Stütze umgekippt.
Nun zu meinem Liebling, dem Nachtschattenbeet:
Erstmal zu den Nicht-Nachtschatten am Rand: Meine extra aus den usa importierten Samen der Papaya Pear Squash haben sich ausbezahlt! Sehr ertragreich und extrem lecker. Mein absoluter Gewinner dieses Jahr!
Die Kannibalentomaten haben einen Schneckenangriff leider sehr schlecht überstanden, ein paar wenige Früchte sind zwar dran, werden aber nicht mehr reif. Sehr schade, der Geschmack hätte mich interessiert. Mit wesentlich mehr Früchten hängen die Pepinos voll. Die Pflanzen sind schön gewachsen, blühen, tragen Früchte, aber zu spät.
Wonderberries und Ananaskirschen (schleck!) tragen immernoch massenweise Früchte, leider kann ich sie nur schlecht ernten, denn ich kann mich mit meinem dicken Bauch nicht mehr so gut bücken ;) Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Wonderberrypflanzen wesentlich größer geworden.
Der kleine Bruder der Pepino, Tzimbalo (Solanum caripense), wächst wie unkraut, hatte winzige Blüten und trägt nun einige Früchte. Aber vermutlich auch zu spät :( Vielleicht reifen noch ein paar, aber ich habe nur wenig Hoffnung.
Solanum integrifolium (3 Pflanzen) sind zwar recht klein geblieben, tragen aber viele Früchte, die tatsächlich auch (teilweise) reif wurden!
Die S. sisymbrifolium vom letzten Jahr hat inzwischen einen dicken Stamm bekommen und trägt jede Menge Früchte, ein paar habe ich schon verspeist. Ich finde sie überaus lecker, scheint aber Geschmackssache zu sein und schmeckt nicht jedem.
Die Miltomaten haben mich geschmacklich enttäuscht, ich werde heute die letzten Früchte abnehmen und trocknen, vielleicht schmecken sie dann besser ;)
So, das war’s im Garten. Wie man lesen kann konnte ich zwar nciht so viele Früchte, aber einiges an Erfahrung gewinnen ;)
Noch kurz etwas zu meinem Balkon. Wie ich ja schon öfter geschrieben habe, handelt es sich um einen Südbalkon. Im Frühjahr und Herbst ist das sehr schön, aber im Sommer völlig unbrauchbar! Den meisten Pflanzen war es schlichtweg zu heiß. Ob man es glaubt oder nicht, selbst wärmeliebende Pflanzen haben die Hitze schlecht vertragen. Entweder ich lasse mir was einfallen für nächstes Jahr, oder ich werde keine Pflanzen (naja, oder nur wenige) mehr auf den Balkon stellen.
So, das war’s erstmal. Die nächsten Tage mache ich mir dann noch Gedanken über Überwinterung und Veränderungen im nächsten Jahr!
Gestern wurde die erste Frucht der oben genannten Pflanze verspeist. Ich muss sagen, das war sehr lecker, aber leider schon etwas bitter. Ich hätte sie wohl früher ernten sollen ;) Allgemein war der Geschmack der einer Aubergine sehr ähnlich.
Ich habe die Frucht in Scheiben geschnitten und in Olivenöl angebraten, danach mit Salz und Pfeffer gewürzt. War so sehr lecker, wir nächstes mal aber als eine Art Chili zubereitet. Wenn ich den Nerv dazu habe, werden die Früchte erstmal geschält, denn der bittere Geschmack ließ sich in der Haut lokalisieren.
Ein paar Früchte werden als Halloweendeko getrocknet, sehen ja aus wie winzige Kürbisse ;) Der Rest wird heute noch geerntet, bevor sie dem schlechten Wetter zum Opfer fallen.